Lehrlingsarbeit: Kommode mit Beistelltisch

2015, Oktober

Beitrag von Robin Fässler, Schreiner-Lehrling, Fachrichtung Möbel/Innenausbau

Kommode mit Beistelltisch

Ich habe von meinem Lehrlingsausbildner den Auftrag bekommen, eine Kommode und einen Beistelltisch aus Nussbaum anzufertigen.

1. Vorbereitung

Als ich den Plan bekam, begann ich als erstes den Plan zu studieren und die Werkstoffliste zu schreiben. Anschliessend besprach ich diese mit unserem Avor Martin Röllin. Er gab mir zudem noch weitere Tipps, wie ich die verschiedenen Details lösen könnte.

2. Plattenmaterial und Holz rüsten

Beim Realisieren des Möbels ging ich strikte nach Arbeitsplan vor. Das Bestellen der Schubladenzargen und Auszüge war die erste Priorität. Danach wurde mit dem Zuschneiden der Spanplatten begonnen und das Massivholz für die Kanten wurde ausgehobelt.

Schnüriger AG Einsiedeln Schreinerei und Innenausbau Lehrlingsarbeit

Als nächstes begann ich, die verschiedenen Platten auf unserer Plattenfräse zuzuschneiden. Das Massivholz, welches ich für die Kanten, Beine, Schubladen und weiteren Teile brauchte, rüstete ich in unserem Massivholzlager. Für die Kanten musste ich zusätzlich den Jahrringverlauf beachten, da das Holz unterschiedlich schwindet und quillt und sich dies sonst auf der Fläche zeigen kann.

3. Platten bearbeiten

Ich begann nun die jeweiligen Kanten an die Platten zu leimen. Da dies mit der Kantenleimmaschine zu aufwendig ist, fertigte ich dies von Hand mit den Korpuszwingen. Als der Leim ausgehärtet war, fräste ich mit Hilfe des Adlers die überstehenden Kanten weg. Anschliessend kalibrierte ich die Teile an der Breitbandschleifmaschine, damit sie zum Furnieren bereit waren.

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4. Furnierauswahl

Damit ich auch das richtige Furnier verwendete, half mir Astrid Schnüriger bei der Auswahl und zeigte mir, wo ich welches Furnier anwenden soll. Ich schnitt und verleimte nun das Furnier auf die gewünschte Grösse. Während die Pressplatten am Aufheizen waren, bereitete ich den Furnierkleber mit dem Rührgerät vor. Beim Furnieren musste ich darauf achten, dass die Holzmaserung weiterläuft und bei den Schubladendoppel, dass die Holzmaserung auf die gleiche Seite verläuft. Die furnierten Teile mussten nun auskühlen. Damit sie dabei nicht krumm werden, ist es wichtig, dass man diese fachgemäss stapelt. Das überlappende Furnier fräste ich mit der Oberfräse und dem dazugehörenden Fräser ab.

5. Seitenteile bearbeiten

Da meine Seitenteile sowohl bei der Kommode als auch bei dem Beistelltisch Zierleisten und auch Füllungen besassen, beschloss ich, diese Teile vorzuschleifen. Die Füllungen und Zierleisten leimte ich mit Hilfe von Distanzplatten mit der Plattenpresse auf.

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6. Beine bearbeiten

Die Beine haben jeweils auf zwei Seiten eine Verjüngung. Diesen Arbeitsschritt beschloss ich an der Kehlmaschine zu machen. Ich verwendete dafür eine Schablone und den Anlaufring. Da ich selbst noch nicht viel Erfahrung mit diesem Werkzeug hatte, zeigte mir Patrik Ochsner das Vorgehen und die zu beachtenden Sicherheitsmassnahmen. An der Bandschleifmaschine machte ich dann noch den Endschliff.

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7. Verbindungen herstellen

Die Beine wurden nun mit Hilfe von Lamellos mit den Seiten lamelliert. Als nächstes lamellierte ich die Seiten und den Boden zusammen. Die Querfriese auf der Vorderseite verband ich mit Dominos. Die Rückwand habe ich mit der Oberfräse eingelassen.

8. Verleimen

Als ich alle meine Werkstücke verputzt hatte, konnte ich nun beginnen, die Kommode und den Beistelltisch zu verleimen.

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9. Schubladen herstellen

Die Schubladen bestehen aus massivem Ahorn. Damit diese optisch ein Highlight wurden, beschlossen wir, auf der vorderen Seite eine Zinkenverbindung zu erstellen. Der Boden wurde eingenutet.

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10. Lackieren

In der Spritzkammer habe ich anschliessend alle eile mit dem angegebenen Klarlack lackiert.

11. Endfertigung

Nun montierte ich die Griffe und die Schubladenauszüge – und hängte diese ein.

Nun konnte das Möbel ausliefern und war sehr erleichtert, dass der Kunde sehr zufrieden mit meiner Arbeit war. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln. Es war eine schöne und anspruchsvolle Herausforderung.

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