Lehrlingsarbeit: Garderobe Ulme furniert

2013, Mai

Beitrag von Marc Moser, Schreiner-Lehrling, Fachrichtung Möbel/Innenausbau

1. Vorbereitung

Den Auftrag, eine Garderobe aus Ulme zu machen, bekam ich von unserem Arbeitsvorbereiter Martin. Nachdem ich den Plan studiert habe, schrieb ich die Holzliste und notierte mir parallel dazu Fragen, die mit dem Plan noch nicht geklärt waren. Als die Holzliste geschrieben war, schaute ich sie mit Martin kurz an, dabei gingen wir noch die offenen Fragen durch und klärten diese mit unserem Maschinisten Fredy, da er schon einmal ein ähnliches Möbel für den gleichen Kunden gemacht hatte.

2. Zuschnitt des Massivholzes

Dann ging ich ins Massivholzlager und suchte geeignetes Ulmenholz für die Kanten aus. Ich achtete dabei auf den Jahrringverlauf, da es nicht in jede Richtung gleich viel schwindet und quillt. Als ich fündig wurde, schnitt ich das Holz auf und hobelte es aus. Den Sockel aus Massivholz hobelte ich gleich mit.

3. Bearbeiten der Platten

Die restlichen Teile, welche Spanplatte furniert waren, schnitt ich auf der Schelling zu. Für die Schublade verwendete ich eine fertig furnierte Platte, welche ich auch gleich zuschnitt. Anschliessend leimte ich die verschiedenen Kanten an. Die Furnierkanten und die 5 mm Kanten konnte ich mit der Kantenleimmaschine anleimen. Dafür gab mir Fredy eine Einführung, da man dafür die Maschine komplett verstellen muss. Die Kanten, mit mehr als 5 Millimeter, musste ich von Hand anleimen, da sie ein Profil bekamen.

Als der Leim trocken war, konnte ich die Zwingen entfernen und die Kante mit Hilfe des Adlers bündig fräsen.

4. Furnierauswahl und Furnieren

Als Zwischenarbeit, bis der Leim trocken war, habe ich mit meiner Chefin das Furnier ausgesucht. Dabei mussten wir darauf achten, dass das Furnier dem Geschmack des Kunden entspricht. Nachdem das Furnier gerüstet war, habe ich die Furnierpresse eingeschaltet und die Press-Platten aufgeheizt. In der Zwischenzeit konnte ich die Trägerplatten für das Furnier kalibrieren und den Furnierleim anrühren. Nun musste ich ganz gut darauf achten, dass ich das Furnier richtig aufklebe, da ich verschieden dicke Kanten hatte und das Bild sonst nicht stimmen würde. Da es für mich die erste so anspruchsvolle Furnierarbeit war, habe ich zuerst mit Fredi das Vorgehen besprochen.

5. Griffprofiel kehlen

Nachdem die furnierten Platten abgekühlt waren, habe ich das Furnier mit der Handoberfräse bündig gemacht und begab mich mit meinen Schubladendoppeln zur Kehlmaschine. Da ich für das Griffprofil ein relativ gefährliches Kehlwerkzeug verwendete, bat ich Fredy, dass er mir beim Kehlen über die Schulter schaut.

6. Rückwandnut und Gehrungen herstellen

Für die Rückwandnut habe ich, statt an der Schelling zu nuten, die Handoberfräse eingestellt, da ich dieses Jahr die GBA habe und dies gleich eine gute Übung war. Die Gehrungen von dem Korpus und den Schubladendoppel habe ich an der Tischkreissäge geschnitten. Damit die Gehrungsfuge sauber passt, habe ich zuerst den Winkel vom Sägeblatt kontrolliert.

7. Lamellieren

Als alle Gehrungen geschnitten waren, konnte ich den Korpus zusammenlamellieren.

8. Verputzen und Verleimen des Korpus

Nachdem ich alle Lamellos gestochen hatte, führte ich an der Breitbandschleifmaschine den Flächenschliff aus. Danach musste ich nur noch die Kanten sauber verputzen, dann konnte der Korpus auch schon verleimt werden.

9. Schubladen Bearbeitung

Während der Leim trocknete, konnte ich mich den Schubladen widmen: Bei den Seiten musste ich noch die Nut für den Boden machen. Dafür ging ich diemal an die Schelling, da wir dort ein Programm zum Nuten haben. Nach diesem konnte ich die Schubladen zusammenlamellieren, verputzen und verleimen.

10. Beschläge einbohren/montieren

Nach dem Verleimen der Schubladen habe ich die Schubladenauszüge eingemessen und montiert. Dann habe ich bei der grossen Rückwand sowie bei der Trägerplatte vom Spiegel die Beschläge eingebohrt und die Kleiderhaken montiert.

11. Zusammenbauen des Möbels

Nachdem ich alle Beschläge montiert hatte, habe ich das ganze Möbel zusammengebaut. Bei den Schubladen habe ich den Boden und das Doppel montiert, beim Korpus die Rückwand angeschraubt. Bei der grossen Rückwand über dem Korpus hängte ich die Trägerplatte des Spiegels ein, um zu kontrollieren, ob ich die Beschläge richtig montiert habe.

12. Lackieren

Vor dem Lackieren kontrolliert ich, ob alles sauber geschliffen ist. Nach dem Ausbessern, habe ich das Möbel zweimal mit einem Klarlack lackiert. Danach klebte ich den Spiegel auf die Trägerplatte.

13. Montage

Als letzten Arbeitsschritt durfte ich mit Patrik das Möbel beim Kunden montieren, Er war sehr zufrieden mit dem Produkt und meiner Arbeit.