Lehrlingswettbewerb: Garderobe Nussbaum furniert

2014, April

Beitrag von Marc Moser, Schreiner-Lehrling, Fachrichtung Möbel/Innenausbau

In der Schule wurden wir Informiert, dass ein Lehrlingswettbewerb stattfindet. Jeder Schüler durfte ein Wettbewerbsobjekt planen und konnte sich danach entscheiden, ob er es herstellen möchte, um am Wettbewerb teilzunehmen.

1. Vorbereitung

Bevor ich mit der Arbeit anfing, schaute ich mit meinem Ausbildner die Planung durch, wobei er mich auf einige Raffinessen hinwies. Danach bestellten wir gemeinsam die nötigen Beschläge.

2. Zuschnitt des Massivholzes

Als erster Arbeitsschritt ging ich ins Massivholzlager und suchte geeignetes Nussbaumholz für die Kanten aus. Ich achtete dabei auf den Jahrringverlauf, da es nicht in jede Richtung gleich viel schwindet und quillt. Als ich fündig wurde, schnitt ich das Holz auf und hobelte es auf die Dicke.

3. Bearbeitung der Platten

Die restlichen Teile schnitt ich auf unserer horizontalen Plattenzuschnittmaschine (Schelling) zu. Anschliessend leimte ich die verschiedenen Kanten an. Die Furnierkanten und die 5 mm Kanten konnte ich mit der Kantenleimmaschine aufkleben. Die dicken Kanten musste ich von Hand anleimen. Als der Leim trocken war, konnte ich die Zwingen entfernen und die Kanten mit Hilfe des Adlers bündig fräsen.

4. Furnieren

Als Zwischenarbeit, bis der Leim trocken war, habe ich das Furnier gerüstet. Danach habe ich die Furnierpresse eingeschaltet und die Press-Platten aufgeheizt. In der Zwischenzeit konnte ich die Trägerplatten für das Furnier kalibrieren und den Furnierleim anrühren. Nun musste ich ganz gut darauf achten, dass ich das Furnier richtig aufklebe, da ich verschieden dicke Kanten hatte und das Bild sonst nicht stimmen würde.

5. Gehrung kehlen

Nachdem die furnierten Platten abgekühlt waren, habe ich das Furnier mit der Handoberfräse bündig gefräst. Anschliessend kehlte ich die 45 Grad schrägen Kanten auf der Kehlmaschine.

6. Rückwandnut und Bohrungen herstellen

Die Rückwandnut fräste ich auf der Plattenzuschnittmaschine, da dies schneller einzustellen ist als die Kehlmaschine. Für die Topfbandbohrungen nutzte ich den Bohrautomat von Blum und die Bohrungen für die Doppelhalterungen für die Schubladen bohrte ich von Hand. Roland erklärte sich bereit, die Reihenlochbohrungen nach meinen Angaben an der CNC zu machen.

7. Herstellen der Verbindungen

Als alles genutet war, konnte ich die Verbindungen machen. In den linken Korpus und in die Sitzbank stach ich Lamellos, da diese Teile verleimt wurden. Beim rechten Schrank habe ich mich für Clamex entschieden, um ihn so immer wider auseinander nehmen zu können.

8. Verputzen und Verleimen

Anschliessend führte ich an der Breitbandschleifmaschine den Flächenschliff aus. Nach dem Verputzen der Kanten verleimte ich die Korpusse.

9. Schubladen-Bearbeitung

Während der Leim von den Korpussen trocknete, konnte ich die Schubladen zusammenbauen.

10. Beschläge einbohren/montieren

Als der Leim getrocknet und die Schubladen fertig waren, habe ich die Zwingen vom Korpus entfernt und die Schubladenauszüge eingemessen und montiert. Anschliessend bohrte ich die Stangen des Schuhrosts und alle Grifflöcher.

11. Lackieren

Vor dem Lackieren vergewisserte ich mich, dass alle Bohrungen gemacht sind und alles sauber geschliffen ist. Danach konnte ich bei den Fronten die Kanten füllen und nach dem Zwischenschliff zweimal weiss spritzen. Die furnierten Teile habe ich zweimal mit einem Klarlack lackiert. Und zu guter Letzt klebte ich den Spiegel auf die Trägerplatte.