Lehrlingsarbeit: Uhrenschatulle von Jannis Hensler

2022, Mai

Beitrag von Jannis Hensler, Schreiner-Lehrling, 3. Lehrjahr, Fachrichtung Möbel/Innenausbau

Teil 1: Planung

1.1 Planung: Für einen Kunden durfte ich eine Uhrenschatulle herstellen. Ich bekam ein Foto von einer Schatulle, an dem ich mich orientieren konnte. Danach machte ich mich an die Planung und zeichnete eine Übersichtsskizze. Mit den Ideen der Skizze konnte ich den eigentlichen Werkplan im CAD-Programm erstellen.

Teil 2: Umsetzung

2.1 Aushobeln/Rüsten: Die Schatulle musste aus europäischem Nussbaum gefertigt werden. Ich nahm ein Brett wo man den Splint und den Kern vom Stamm sehen kann. Da das Brett viel zu dick war, trennte ich das Nussbaumbrett auf der Bandsäge auf. So ergibt es weniger Verschnitt. Furnier musste ich auch noch rüsten, da das Innenleben der Schatulle aus Ahorn ist.

 

2.2 Bearbeiten von Zinken: Die Eckverbindung der Uhrenschatulle besteht aus einer Zinken-/Schwalbenschwanzverbindung. Ich fertigte eine spezielle Schablone an. Mit dieser Schablone kann ich die Zinken effizient herstellen. Da ich sie mit der Handoberfräse verwenden konnte. Die Schwalbenschwänze musste ich folgend von Hand bearbeiten. Wichtig war mir, dass die Faserung der Seiten und dem Vorderstück durchläuft.

2.3 Kreuzfuge/Furnieren: Auf dem Deckel machte ich zwei Kreuzfugen aus europäischem Nussbaumfurnier. Um diese herzustellen, benötigt man vier Furnierblätter vom selben Stamm. Dann werden diese Blätter mit Furnierklebeband zusammengeklebt. Nach dem Verkleben kann man die Kreuzfugen auf die gewünschte Platte aufleimen und pressen. Bei diesem Arbeitsschritt furnierte ich auch noch den Boden der Uhrenschatulle. Dieser ist aus Maserfurnier von einem europäischem Nussbaum.

2.4 Verleimen der Schatulle: Bevor ich mit dem Verleimen startete, mussten alle Innenteile schon fertig geschliffen sein. Denn nach dem Verleimen kann ich die Innenecken nicht mehr gut schleifen. Wenn man Zinken verleimt, ist es wichtig, dass sie vor der Verleimung noch nicht ganz zusammen gehen. Zusätzlich war es hier sehr wichtig das die Schatulle winklig war.

2.5 Beschläge einlassen: Die Beschläge konnte ich leider erst nach dem Verleimen einlassen, da es eine Lieferverzögerung gab. Dieser Arbeitsgang erledigte ich teilweise mit der Handoberfräse. Den Rest musste ich von Hand machen.

2.6 Ahorn-Abteile fertigen: Diese Abteile mussten genau so gross gemacht werden, dass man die Uhren angenehm versorgen kann. Um dies zu garantieren, machte ich bei der Planung schon einmal ein Muster, um das Ganze mal zu testen.

2.7 Verputzen: Als alle Teile fertig zusammengebaut waren, musste ich diese noch schleifen. Beim Deckel musste ich besonders gut darauf achten, dass ich das Furnier nicht durchschleife. Die grossen Flächen konnte ich mit dem Exzenterschleifer bearbeiten. Die Kanten wurden dann von Hand geschliffen und gebrochen.

2.8 Lackieren: Ich verwendete einen stumpfmatten Lack. Dieser gibt dem Holz einen Effekt, als wäre das Holz geölt. Ich musste beim Lackieren darauf achten, dass im Innenraum keine Läufe entstehen. Der Innenraum war sehr anspruchsvoll zum Lackieren, da ich die Schatulle schon verleimt hatte. Der Deckel war dafür einfach zum Spritzen.

2.9 Endfertigung: Als der Lack ausgehärtet war konnte ich noch die Endfertigung machen. Ich musste noch die Beschläge anbringen und die Funktion des Deckels prüfen.

Teil 3: Schlusswort

3.1 Mein Fazit: Solche Arbeiten, die ich von Beginn an selbstständig machen darf, machen mir grosse Freude. Ich konnte viele Sachen neu dazulernen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Teil 4: Gesamtbild

4.1 Das fertige Produkt: